![]() |
|||
|
Kings Canyon Am Nachmittag ging es dann weiter mit dem Bus zum Kings Canyon. Als unser Tourleiter einstieg, dachten wir erst, da hätte sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt. Der Typ hatte eine Glatze, völlig schiefe Zähne und hörte sich an, als wäre er grad im Stimmbruch. Höchstens 15 Jahre!! Bei näherem Hinsehen erwies sich Greg allerdings als ein ständig herumkaspernder gut gelaunter und stets zu Späßen aufgelegter Aussie und der beste Guide auf der ganzen Tour. Am Abend im Desert Oak Cafe haben wir mit ihm, einer schwarzen Amerikanerin namens Ipalla und einem amerikanischen Ehepaar zusammen Abendbrot gegessen (Känguruhfilet in Honig- köstlich) und viel Spaß gehabt. Greg erzählte uns, dass er den Abend vor der Tour immer nutzt, um herauszufinden, was die Teilnehmer für Leute sind, und wenn alle nur herumsitzen und sich anschweigen, wüsste er sofort: “Oh boy, das wird `ne harte Tour!” Auf unsere Frage, ob es stimme, dass AAT Kings arbeitslose Komödianten einstellt und zu Busfahrern ausbildet, reagierte er total entsetzt und musste das am Ende der Tour erst mal der ganzen Gruppe erzählen (“Billy thinks, I`m an unemployed comedian!!“). Bevor wir an diesem Abend ins Bett fielen, hat er uns noch das Kreuz des Südens gezeigt und uns ermahnt, am nächsten Morgen pünktlich zu sein, er würde niemanden um 6.00h aus dem Bett werfen. Roland hatte am nächsten Tag Geburtstag, aber er wollte nicht, dass die anderen das erfahren. Schade, Greg hätte bestimmt Spaß daran gehabt, dass jemand an seinem Geburtstag freiwillig 6 Stunden lang im Canyon herumklettert. Als wir zum Bus gingen, war es noch dunkel und wir hörten rings um das Kings Canyon Resort Dingos heulen. Nach dem Frühstück ging es los, immer noch im Dunkeln, schließlich wollten wir den Sonnenaufgang im Kings Canyon erleben. Es gibt dort 2 Wanderwege, einen 2km langen, der durch die Schlucht führt, und einen 6 km
Greg und Sibylle waren die Einzigen, die direkt am Rand des Canyons stehen und hinuntergucken konnten, was dem Rest der Truppe einen ordentlichen Schreck versetzt hat. Aber einige Dinge sieht man eben nur aus dieser Perspektive... vor allem die riesigen Steinplatten, die durch die extremen Temperaturschwankungen von den Wänden “abgeplatzt“ und in die Schlucht gestürzt sind. Und seine Drohung, Sibylle zu schubsen und dann mit Roland Halbe-Halbe bei der Lebensversicherung zu machen, hat Greg Weitere Höhepunkte waren die Original-Schauplätze von “Priscilla - Königin der Wüste” und auf dem höchsten Punkt große, von der Erosion rundgeschliffene Felsendome, die ein Teil der Aboriginal - Mythologie sind. Hier haben die eingeborenen Katzenmenschen (native catmen) getanzt, und als sie müde waren, haben sie sich eingerollt und sind eingeschlafen. Es ist ein guter Ort, weil die Traumzeit hier noch lebendig ist. Nach dem Abstieg in der Hitze waren wir alle recht geschafft, aber das war es wirklich wert. Greg hat nachher gesagt, dass wir eine der nettesten Gruppen waren, die er durch den Kings Canyon geführt hat (na ja, das erzählt er vielleicht allen Gruppen), und das obwohl zwei der älteren Herren mit Namen Bob und Bill ihn ständig aufgezogen und den ganzen Bus mit ihren Faxen unterhalten haben. Insgesamt war das unsere lustigste Tour. Zurück nach Alice Springs, quer durchs Outback hat uns dann ein anderer Fahrer gefahren. Wir sind wieder an roten Felsen vorbeigekommen, die ähnlich wie der Uluru aussahen. Allerdings war das, wie von den ersten Weißen angenommen, kein Monolith, sondern ein Meteoriteneinschlag, der in der Erde dasselbe bewirkt hat wie ein Stein der ins Wasser fällt - Wellen gebildet und so Gesteinsschichten an die Oberfläche geholt. Aus der Luft ist Gosses` Bluff , wie der Ort jetzt heißt, kreisrund. Auch hierzu gibt es eine schöne Geschichte der Aboriginal s: Nach dieser spannenden Geschichte machte es mitten auf der Schotterpiste „knall“ und als Bob den Busfahrer darauf aufmerksam machte, stellte der fest, dass einer der inneren Zwillingsreifen geplatzt war. Zum Glück war in der Nähe ein kurzes Stück asphaltierte Straße, bis dahin sind wir noch gefahren, und dann musste der arme Mann eine Stunde in der Hitze mitten im Outback den Reifen wechseln, umgeben von Männern, die gute Ratschläge gaben. Dafür hat er sich dann hinterher ganz herzlich bei ihnen bedankt... Wir anderen standen im Schatten des Busses und haben geplauscht. Es ist wirklich leicht, mit den Australiern ins Gespräch zu kommen. Was für ein aufregender Tag!
|
|||
|
[Home] [Alice Springs] |
|||