Green Island aus der Luft

Great Barrier Reef / Green Island

An der Rezeption im Paradise Village hatten wir eine Schnorcheltour zum Norman Reef mitsea_quest_logo gebucht. Morgens ging es früh los, aber wir wurden direkt vor dem Hotel abgeholt. Auf dem Hinweg bekamen wir dann noch die aktuellen Luft- und Wassertemperaturen. Der Busfahrer meinte, das würde sich für Europäer wahrscheinlich komisch anhören, aber für australische Verhältnisse sei das Wasser kalt - nur 26°C!

An der Anlegestelle wartete schon das Boot. Auf der Gangway konnte man sich fotografieren lassen (für viel Geld), das haben aber fast nur Japaner machen lassen. Natürlich mit Cheese und erhobenen Daumen. sea_quest_k

Das Boot war ein ziemlicher Flitzer und schon nach kurzer Zeit und etwas Seekrankheit waren wir am ersten Anlegeplatz. Eine Schnorchelausrüstung ist im Preis solch organisierter Touren inbegriffen, wir hätten unsere Sachen also getrost zu Hause lassen können. Bevor wir ins Wasser gingen, gab es noch eine kurze Einführung mit den wichtigsten Verhaltensregeln. Direkt am Anlegeplatz schwamm ein riesiger bunter Napoleonfisch, von den wally_kAustraliern liebevoll “Wally” genannt. Dieses Tier ist durch Fütterung so zahm geworden, dass es sich sogar streicheln läßt. Außerdem ist es so neugierig, dass es dem Taucher mit der Unterwasserkamera immer so nah vor die Lise schwamm, um mit seinen einzeln beweglichen Augen hineinzuglotzen, so dass der kaum filmen konnte. Der Tauchführer hatte uns an Bord erzählt, dass Wally ein “supermale” ist, d.h. wenn einer dieser Riesenfische stirbt, wird das größte Weibchen in seinem Revier zum Männchen und übernimmt es! Es gibt auch “normale“ Männchen, aber die sind kleiner und nicht reviergebunden. Wir konnten diese Geschichte kaum glauben, aber in unserem Buch über Korallenfische fanden wir die gleiche Information.

An der zweiten Anlegestelle hatten wir ein Erlebnis der besonderen Art: Während wir um das Schiff herumschnorchelten, schwamm unter uns ein Riffhai! Ein wunderschönes, bestimmt anderthalb Meter langes Tier. Das war schon klasse. Die Schildkröte, die andere aus der Gruppe gesehen hatten, haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen. Dafür Fische in allen Farben und Formen. Seltsam waren am Anfang besonders die Geräusche, die wir unter Wasser hörten. Wir haben eine Weile gebraucht um festzustellen, dass diese von den Fischen kamen, die an den Korallen nagten.

Die Vielfalt des Korallenriffs zu beschreiben ist müßig, man muss es selbst gesehen haben! Wir sind aus dem Staunen und Auf-Etwas-zeigen überhaupt nicht mehr herausgekommen und haben nach fast einer Stunde im Wasser erst auf dem Boot gemerkt, wie ausgekühlt wir waren!

Sehr erschöpft und total überwältigt fuhren wir zurück und waren froh, für die kurze Zeit keinen Tauchkurs gemacht zu haben. Die Taucher haben nämlich die meiste Zeit unter dem Boot auf dem Sand verbracht und Atmen und Freiblasen geübt. Die Korallenbänke am Great Barrier Reef sind aber so hoch, dass man selbst beim Schnorcheln schon manchmal anstößt. Und zu sehen bekommt man mehr, als man verarbeiten kann!

Unser zweiter Trip führte uns mitgreat_adventures  nach Green Island. Bei ziemlich schlechten Wetter fuhren wir mit einem Katamaran zu dieser dem Riff vorgelagerten Insel, und cairns_waterside_kdieses Mal hatten wir eine Einweg-Unterwasserkamera dabei. Auf Green Island gibt es einen befestigten Rundgang mit Schildern, auf denen die Flora und Fauna erklärt wird. Man kann bequem einmal um die Insel spazieren und sich ein bisschen wie Robinson Crusoe fühlen. Das Wasser am Strand ist leider etwas trüb. Die Artenvielfalt ist nicht so groß wie draußen vor der Küste, aber wir hatten trotzdem einige spannende Begegnungen. Zum Beispiel der Sträflings-Doktorfisch, der sich in fish_kSibylles gestreiften Badeanzug verguckt hatte. Ganze zehn Minuten ist er mitgeschwommen, bevor er entdeckt hat, dass er die falsche Spezies verfolgt!

Auf der Hinfahrt wurde gesagt, dass man sich nicht in die Korallen stellen soll, weil diese davon zerstört werden. Leider hat sich kaum jemand daran gehalten. Darum ist die Tier- und Pflanzenwelt an dieser Insel auch schon deutlich reduziert. Schade!

Die beiden Ausflüge ans Riff waren wirklich der Höhepunkt unserer Reise und wir können so etwas jedem, der sich ein bisschen an die Regeln hält und die Natur schont, nur empfehlen.

Und falls jemand einen kleinen Sträflings-Doktorfisch trifft, der immer noch nach einem wirklich großen gestreiften Weibchen Ausschau hält - grüßt ihn schön!

 

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