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Darwin

Der Flug ist ziemlich lang und anstrengend, aber er beinhaltet nach 12 Stunden einen 4-stündigen Stopover, den wir in Singapur (schöner Flughafen) gemacht haben. Es ist auch möglich, 1 Woche Stopover zu machen, aber schließlich wollten wir ja nach Australien und nicht nach Singapur!

Wer um 5h morgens AOZ in Darwin ankommt, wird erstmal von 100.000 Einfuhrvorschriften verschreckt, aber keine Panik, niemand wird ohne Grund festgehalten. Da viele Lebensmittel nicht nach Australien eingeführt werden dürfen, mußten wir unseren Reiseproviant entsorgen.

Um diese Zeit ist es am besten, ein Taxi zum Hotel zu nehmen. Das ist nicht sehr teuer (ca. 15 A$) und bietet die Gelegenheit, spannende Menschen kennenzulernen. Wir haben dort Hanne, die Taxifahrerin aus Kopenhagen, getroffen. Sie ist vor 20 Jahren ausgewandert und hat uns sofort bereitwillig Auskunft über alles sehens- und wissenswertes wie Staminade oder den Mindil Beach Sunsetmarket gegeben und auf unseren Wunsch hin auch eine Extrarunde zu den besten Kneipen und einem der zwei Internetcafes gemacht! Außerdem haben wir ihre Handynummer bekommen mit dem Hinweis, daß sie gerne hilft, falls wir Fragen haben.darwin_hotel_k

Wer in einem deutschen Hotel vor 10 a.m. ankommt, darf damit rechnen, auf ziemlich ungehaltenes Personal zu stoßen. Aber da in Australien ja alles “no worries” ist, konnten wir tatsächlich um 6.00h morgens schon in unser Zimmer im Atrium Novotel (Bild) und uns noch ein bißchen von den Strapazen der Reise erholen.

Das Frühstück hätten wir beinahe verschlafen, so schnell stellt der Organismus sich eben doch nicht um. In den Hotels gibt es wahlweise Toast mit Aufstrich (einfaches Frühstück), oder continental breakfast (Buffet mit Obst, Joghurt und Müsli) oder, als teuerste Variante, warmes Buffet. Es lohnt sich Halbpension zu buchen, denn Frühstück ist mit einem Preis zwischen 12 und 15 A$ doch recht teuer.

Roland hatte an diesem Morgen ein Erlebnis der dritten Art, als er sich Vegemite aufs Toast schmierte. Das Zeug sieht nämlich aus wie Schokocreme, ist aber Hefeaufstrich! Ein Wunder, daß das Toast nicht durch den Raum geflogen ist...

Dann sind wir losgezogen, um Darwin zu entdecken und noch einiges Lebenswichtiges einzukaufen, z.B. Hüte (Tip von Hanna), Mosquitospray, Staminade und Shorts. Darwin ist eine hübsche Stadt mit ca. 70.000 Einwohnern, Holzhäusern, kleinen Boutiquen und Kramläden, Ampeln, die Geräusche machen wie Papageien und einem internationalen Flughafen.

In den Parks gibt es jede Menge verschiedener schwarzweißer Vögel, Miniaturtauben und statt Laubbäumen tropische Palmen. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch und die Sonne so intensiv, daß sie selbst durch die Sonnenbrille noch blendet.

In einem der Internetcafes haben wir dann für 1 A$ / 10min Emails nach Hause geschickt; einmal, um Bescheid zu geben, daß wir gut angekommen waren und natürlich auch um die Daheimgebliebenen neidisch machen...Wunderwelt der Technik!

Nach einem 3-Stunden-Nickerchen im Hotel haben wir uns in Richtung Mindil-Beach aufgemacht, um ein bißchen zu schwimmen, weil wir in der Hitze ganz gut ins Schwitzen gekommen sind. Die Hotelkarte erwies sich allerdings als nicht maßstabsgetreu und so sind wir erstmal etwas durch die Hotellandschaft von Darwin geirrt. Am Strand stellte sich dann heraus, daß das Wasser um Darwin herum nicht sehr sauber ist und außerdem von November bis Mai die box jellyfish unterwegs sind - hochgiftige Quallen, deren Gift ausreicht, drei Menschen zu töten. Also war’s nichts mit Schwimmen. Als wir uns dann in den Sand gesetzt und umgeschaut haben, ist uns aufgefallen, daß dieser mit punktförmigen Mustern, ähnlich den Aboriginalbildern, übersät war. Bei genauerem Hinsehen fanden wir auch die “Künstler”: Überall waren kleine Einsiedlerkrebse mit ihren Schneckenhäusern unterwegs und “bemalten” den Strand!

darwin_sunset1_kNach dieser erstaunlichen Entdeckung konnten wir noch einen kurzen aber spektakulären Sonnenuntergang beobachten. Mit Segelboot, wie auf einer Postkarte. Daß Darwin sich “Hauptstadt der Sonnenuntergänge” nennt, haben wir erst viel später erfahren.

Als sich dann so langsam der Hunger meldete, haben wir ein seafood-restaurant besucht, daß ein umfangreiches Buffet hatte und prima Portwein. Der asiatische Kellner fragte, wo wir herkämen, und probierte dann sofort seine Deutschkenntnisse an uns aus.

Auf dem Rückweg durch die Stadt (es war schon dunkel) plötzlich lautlose schwarze Schatten über uns- Flughunde auf der Jagd! Mitten im Ort und mindestens sechs. Es war wie im Kino.

Am Hotel sind wir dann in den Pool gestiegen, um den Staub des ersten Tages abzuwaschen, haben dabei im Freiluftkino nebenan “Dirty Dancing” gesehen und sind hinterher todmüde ins Bett gefallen.

2.Tag

In der Nähe des Hotels gibt es eine Bucht, die “Doctor´s Gullymilkfish_k” heißt, und in der man Fische füttern kann. Wir sind dahingegangen in der Erwartung, vielleicht ein paar kleine Teichfische zu sehen, an die man Krümel verfüttern kann. Für ein paar Dollar durften wir an eine Art Anleger gehen, an dem eine Art Aussichtsboot lag. Eine Treppe und eine Schräge führten ins Wasser in dem sich lauter verschiedene, bis zu 1m lange Fische tummelten die den Menschen zwischen den Beinen herumschwammen und sich z.T. auch anfassen ließen. Die Veranstalter hatten Weißbrotscheiben bereitgestellt, und so standen wir im Wasser herum und fütterten mit wachsender Begeisterung Milkfish (siehe Bild), Catfish und Batfish. Nicht alle sind Brotfresser, und diese wurden mit kleingeschnittenem Fisch von aquascene_kder Frau, die dort arbeitete, gefüttert. Ein kleiner blauer Reiher namens Herbiebeobachtete das Treiben und versuchte, auch ein Stück Fisch zu erhaschen. Roland war die ganze Zeit mit Fotografieren beschäftigt und hielt, um einen Größenvergleich zu haben, seinen Fuß ins Wasser...aber nur solange, bis die Frau mit dem Mikrophon erklärte, daß die Welse (Catfish), die er gerade knipste, Fleischfresser seien!

Für den Abend hatte Hanne uns einen Tip gegeben. Jeden Donnerstag ist Sunset-Market am Mindil Strand mit Ständen aus aller Welt. Das stimmt auch, allerdings hatte sie nicht gesagt, daß fast alle “Freßbuden” von Asiaten geführt werden, sogar der italienische Lasagnestand! Man konnte Peitschen schwingen lernen und Massagen aller Art erhalten und jede Menge Kunstgegenstände kaufen. Es war ziemlich voll, aber trotzdem entspannend. An diesem Abend haben wir uns an den Strand gesetzt und noch einmal den Sonnenuntergang genossen, diesmal mit vielen anderen Touristen und Einheimischen.

 

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