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Arnhem Land

Als wir an diesem Morgen mit vier anderen Urlaubern und Yuri, unserem russisch - australischen Guide in einen allradbetriebenen Jeep stiegen, ahnten wir noch nicht daß wir durch einen glücklichen Zufall die interessanteste Tour unserer Reise gebucht hatten.

Yuri erzählte uns, daß Arnhem Land den Ureinwohnern zurücGo to Magelakgegeben wurde, und daß nur ganz wenige Veranstalter überhaupt Touren in dieses Gebiet machen dürfen, und auch nur mit einer kleinen Anzahl Touristen und nur zu bestimmten Zeiten. Das ist verständlich, denn die Aboriginals haben keine Lust mehr, wie ungewöhnliche Tiere bestaunt zu werden, und wenn sie morgens nackt zum Fischen gehen, ist das Letzte, was sie erleben wollen z.B. eine Gruppe Japaner, die am Ufer gegenüber steht und laut schnatternd Fotos schießt...

Um ins Landesinnere zu kommen, mußten wir mit dem Jeep eine Straße entlang, die durch den East Alligator River führte. Eine Woche zuvor stand das Wasser dort noch so hoch, daß es unmöglich war, auf die andere Seite zu gelangen. Yuri zeigte uns Fotos auf denen nur durch die Wasserstandsanzeiger erkennbar war, daß es die gleiche Strecke war, auf der wir fuhren, so hoch war alles überflutet. Den ersten Stop machten wir an einem Billabong, der immer noch ein arnhem_land3_kTreffpunkt für morgendliche Angeltouren ist und an dem ein großer Stein mit Felsmalereien lag. In einer Baumgruppe saß unsichtbar für uns eine Gruppe Kookaburras und machte einen Heidenlärm. Die Landschaft in Arnhem Land ist einfach paradiesisch. Und bei dieser Tour war auch genug Zeit da, um in Ruhe und ohne Hektik alles zu bestaunen. Yuri mußte uns ein paar Mal sagen, daß es jetzt wirklich weitergehen müsse, sonst wären wir wahrscheinlich stundenlang stehengeblieben.  Es gab jede Menge Felsmalereien, und unter einigen der großen Felsen saß man trotz der Hitze im Kühlen. arnhem_land2Dort gab es Löcher im Steinboden, in denen die Aboriginals ihre Nahrung gemahlen haben. Um die niedrigen Bäume flogen Vögel, die im Sonnenlicht wie Smaragde glänzten, und überall flatterten große bunte Schmetterlinge. Sogar ein Felsenkänguruh, ein sogenanntes “rock-wallaby”, haben wir gesehen. In einer Art Höhle waren außer Minifledermäusen auch uralte Zeichnungen, die nicht übermalt worden sind, da irgendwann einmal ein Teil der Frockpainting3_kelswand abgebrochen und heruntergestürzt ist, u. a. ein Medizinzeichen, über dessen Bedeutung die Ureinwohner nicht sprechen, und eine Zeichnung, die der Reiseveranstalter als Logo übernommen hat. Eine Bootstour stand auch auf dem Programm, bei der wir Eisvögel und natürlich Reiher zu sehen bekamen. Yuri zeigte uns, wie man die Stiele der “Waterlillies” ißt (geschält - die Blüte ist ungenießbar...)

Mittags machten wir Rast unter einem großen Baum, an dem Yuri schon am Tag vorher Klappstühle und einen Tisch abgestellt hatte. Beim Auseinanderfalten der Stühle ist Roland von einer 10 cm großen Eiarnhem_land4_kdechse angesprungen worden, die dort döste...was für ein Schreck! Nachdem die kurze Aufregung vorbei war, haben wir dann ein typisch australisches Mittagessen genossen- Sandwiches, frisches Obst und kalte Getränke.

Auf dem Rückweg stand das Wasser des East Alligator Rivers so hoch, daß es kein Durchkommen gab. Also sind wir noch ein bißchen querfeldein gefahren und dabei durch Zufall Jacob begegnet, dessen Wagen feststeckte. Jacob ist ein alter Aboriginal, dem das Land gehört, auf dem wir uns befanden. Als er alt genug war, hatte sein Vater ihn mitgenommen, damit er seinen Handabdruck an den Felsen verewigt und so zum Eigentümer der Landschaft wird. Er war mit zwei anderen Fahrern von Magella Tours unterwegs, um ihnen schwer zu entdeckende Zeichnungen zu zeigen. Nachdem Yuri mitgeholfen hatte, den Wagen aus dem trockenen Sand zu ziehen, durften wir auch mitgehen. Jacob erzählte uns, daß es nicht erlaubt ist, irgend etwas aus Arnhem Land mitzunehmen und sei es nur ein Samenkorn. Wer das tut, begeht ein Sakrileg und erhält dafür von den Geistern eine Strafe. Wie die jeweilige Strafe aussieht, weiß keiner.

Als wir wieder bei den Autos waren, haben wir noch kurz mit Jacobs Enkeln, die in seinem Wagen saßen, gespielt und Smileys an die staubige Rückscheibe gemalt ( Kommentar der sechs dunklen quirligen Kleinen:” Look, the window is smiling!”) Dann war die Flußfurt wieder passierbar, und wir konnten zurück zum Hotel, wo sich die Sittichschwärme an diesem Abend verdoppelt hatten, und man sein eigenes Wort nicht  verstand. Nachts haben wir noch kurz die Milchstraße angesehen, aber nach so einer aufregenden Tour waren wir ziemlich müde und sind früh im Bett gewesen.

 

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