alice_sunset_b

Alice Springs

Während der Kakadu-Tour hatten wir zwei nette Leute aus dem Raum Frankfurt kennengelernt, die mit uns im Flugzeug nach Alice saßen, da sie sich fast die gleiche rfdsReise wie wir zusammengestellt hatten. Von oben gesehen zeigt sich das Inland Australien als eine riesige rote Landschaft mit wenigen schnurgeraden Straßen und einigen Gebirgszügen. Viele der einsamen Farmen besitzen eigene Landebahnen für den Royal Flying Doctor Service, die aus der Luft sehr gut zu erkennen sind.

alice_hotel_kUnser Hotel hieß  lasseters  Casino, benannt nach einem weißen Abenteurer, dem jemand den Floh ins Ohr gesetzt hatte, es gäbe im Outback ein riesiges Goldvorkommen. Lasseter hat wie verrückt sein halbes Leben danach gesucht und ist irgendwann dabei in der Wildnis gestorben, nicht ohne einige andere Männer und diverse Kamele mit in den Tod zu nehmen. Bezeichnenderweise hat das Hotel ein großes Kasino... Da gibt es ein elektronisches Pferderennen, das mit einer Minikamera in der Hauptsaal übertragen wird. Ansonsten stehen hauptsächlich Automaten herum, deren Funktion uns schleierhaft blieb.

Als wir zum ersten mal unser Zimmer betraten, konnten wir gleich einen wunderbaren Sonnenuntergang sehen und fotografieren (s.o.), das war ein guter Einstieg. Auch das Essen und der Wein dort waren hervorragend!

In Alice Springs selber hat man ein bißchen das Gefühl, in einer Westernstadt gelandet zu sein, in der die Zeit stehengeblieben ist. Es ist heiß, staubig, einige Gebäude sind etwas heruntergekommen. Allerdings sitzen im Ort nicht die obligatorischen Mexikaner mit großen Hüten an den Häuserwänden und machen Siesta. Statt destodd_river_ksen treffen sich auf den Grünflächen die Aboriginals mit ihren Familien zum lautstarken Austausch. Diese Aboriginals sind allerdings nicht zu vergleichen mit denen, die in Kakadu leben und stolz darauf sind, die Lebensart ihrer Vorfahren bewahrt zu haben. Hier in Alice zeigt sich ganz deutlich, was Alkohol aus den Menschen gemacht hat, die einst den gesamten Kontinent besiedelten. Für uns Mitteleuropäer am erstaunlichsten war der Todd River, der mitten durch Alice fließt. Während wir noch auf der Suche waren, hatten wir ihn bereits zweimal durchquert, ohne es gemerkt zu haben, denn er führt die meiste Zeit des Jahres kein Wasser...

The Big Opal, einer der größten jemals gefundenen Opale.Vor einem der vielen Opalgeschäfte in der Innenstadt stand ein Wegweiser mit zig Schildern, die in alle Richtungen zeigten und Namen von Städten aus aller Welt trugen, u.a. Idar Oberstein!! In diesem Laden haben wir eine Verkäuferin getroffen, die aus Mannheim kam und uns die verschiedenen Opalsorten erklärt hat. In Australien trifft man ständig auf ausgewanderte Deutsche. Das erleichtert zwar oft Bestellungen u.ä., andererseits fragt man sich: “Wofür hab ich eigentlich mein Englisch aufgefrischt, und warum reise ich um die halbe Welt, um ständig auf Landsleute zu stoßen???“.

Immerhin konnten wir auch unsere mageren Französischkenntnisse in einem kleinen französischem Bistro ausprobieren (in dem die Angestellten tatsächlich französisch sprachen und keine Asiaten waren) und wurden dafür gelobt, daß wir die Ersten waren, die „Croque Monsieur“ richtig aussprachen. Die Bedienung meinte, die Australier würden meist nur auf die Karte tippen und „ I want this, please“ sagen...

Alles in allem fanden wir Alice nicht so reizvoll wie Darwin, aber es hat durchaus seinen eigenen rauhen Charme. Und selbst hier – mitten im Outback - gibt es ein Internetcafe, das allerdings ziemlich teuer ist... :-(.

 

[Home] [Uluru] [Kings Canyon]